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Friedemann und Barbara Hellwig, Joachim Tielke – Kunstvolle Musikinstrumente des Barock. Berlin und München 2011, Deutscher Kunstverlag. ISBN 978-3-422-07078-3, € 78,—
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Vor mehr als dreißig Jahren – 1980, um genau zu sein – ist im Verlag „Das Musikinstrument“ in Frankfurt ein Buch über Joachim Tielke (1641—1719) erschienen. Autor war der Lübecker Günther Hellwig, Instrumentenbauer und Pionier, was den Bau von Gamben nach historischen Vorbildern angeht.
Jetzt, 2011, ist wieder ein Buch über Tielke erschienen und diesmal heißen die Autoren Friedemann und Barbara Hellwig – Sohn und Schwiegertochter von Günther Hellwig. „Meinem Sohn Friedemann und seiner Frau Barbara“ hatte auf dem Vorsatzblatt des Buchs von 1980 gestanden und die Widmungsträger fühlten sich später „in die Pflicht genommen, die Forschungen fortzusetzen.“ [S. 8] „Vor sieben Jahren begannen wir mit den Vorbereitungen zu einer zweiten Auflage – die erste war schon nach wenigen Jahren vergriffen –, stellten aber bald fest, dass diese zu einer vollständig neuen Veröffentlichung führen mussten angesichts etlicher neu bekannt gewordener Arbeiten Tielkes, der erweiterten technischen Hilfsmittel zur Dokumentation und des in der Zwischenzeit entstandenen umfangreichen Schrifttums zur Geschichte der verschiedenen Musikinstrumente.“ [S. 8] Das Ergebnis liegt jetzt vor: gut 450 Seiten, opulent ausgestattet und komplett vierfarbig gedruckt.
Mit dem Buch „sollen die in jahrzehntelanger Forschung vermehrten Kenntnisse vom Leben und Werk Joachim Tielkes zusammengetragen und erörtert werden“ [S. 12] womit Ausrichtung und Titel der beiden Hauptkapitel umschrieben sind:
I. Leben und Werk Joachim Tielkes
II. Beschreibendes Verzeichnis der Instrumente der Werkstatt Joachim Tielke
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Eine der prominentesten Professuren für Gitarre wird neu besetzt, die an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien: Die Bewerbungsfrist endet am 10. Mai 2013!
Hier der offizielle Ausschreibungstext:
Ausschreibung der Stelle einer Universitätsprofessorin/eines Universitätsprofessors für Gitarre am Institut für Streich- und andere Saiteninstrumente (Podium/Konzert) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Am Institut für Streich- und andere Saiteninstrumente (Podium/Konzert) der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien ist voraussichtlich ab 1. Oktober 2014 die unbefristete Stelle einer Universitätsprofessorin/eines Universitätsprofessors für
Gitarre
zu besetzen.
Beschäftigungsausmaß: vollbeschäftigt
Vertrag: unbefristetes Arbeitsverhältnis gem. Kollektivvertrag. Mindestentgelt: Gem. Kollektivvertrag beträgt das monatliche Bruttoentgelt mindestens € 4.571,20 (14 mal). Abhängig von den Vorerfahrungen und der bisher innegehabten Position der Bewerberin/des Bewerbers besteht die Bereitschaft zu einer freiwilligen Überzahlung.
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Nicolò Paganini: Works for violin and guitar
György Terebesi und Sonja Prunnbauer
Aufgenommen 1974 und 1976, erschienen 2013
WARNERClassics/TELDEC 2 CD 2564 65178-3
… fast vierzig Jahre alt! …
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Unglaublich, diese Aufnahme ist wirklich fast vierzig Jahre alt! Alle paar Jahre ist sie neu aufgelegt worden, zuerst als Vinylplatten, später als CD; immer wieder übrigens in neuem Gewand, wie unsere Abbildungen zeigen. Und sie wirken immer noch frisch und ziemlich aktuell, immer noch hörenswert … obwohl … Sonja Prunnbauer hat eine Auswahl aus dem Œuvre für Violine und Gitarre von Paganini im Mai 2003 noch einmal neu aufgenommen:
Nicolò Paganini: Sonatas for Violin and Guitar
Rainer Kussmaul, Violin – Sonja Prunnbauer, guitar
Aufgenommen im Mai 2003
MDG 603 1169-2, im Vertrieb von new arts international
… besseres Gleichgewicht …
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  Hier, auf dieser neueren CD, hat die Gitarristin eine Panormo-Kopie von Bernhard Kresse gespielt – auf der älteren eine moderne Gitarre. Allein aus der Wahl des Instruments resultiert größere klangliche Geschlossenheit, ein besseres Gleichgewicht zwischen den beiden Instrumenten. Dazu kommt, dass Rainer Kußmaul geigerisch ein anderes Kaliber ist, als György Terebesi. Nicht nur da, wo er sich völlig zurücknehmen muss, in der „Grande Sonata“ A-Dur zum Beispiel, in der die „Machtverhältnisse“ im Ensemble umgekehrt sind, in der also die Gitarre das Sagen hat und die Geige nur eine Begleitfunktion ausfüllt, macht er eine exzellente Figur. Überhaupt ist er das ganze Programm über ein äußerst sensibel agierender musikalischer Partner.
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Ólavur Jakobsen
Awake, my Soul, and Sound your Strings
Guitar Music from the Faroe Islands
Werke von William Heinesen, Jóg van Waagstein, Kári Bæk, Sunleif Rasmussen und Kristian Blak
Aufgenommen 2010—2011, erschienen 2012
TUTL Records FKT061
… die Seele der Färöer-Inseln …
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Sunleif Rasmussen
Dancing Raindrops (Solo and Ensemble Music)
Ensemble Aldubáran
Aufgenommen zwischen 2009 und 2011
DACAPO 8.226567, in Deutschland bei NAXOS
… außerordentlich überzeugender Diplomat für die Musik seiner Heimat …
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In Deutschland sind die Färöer hauptsächlich bei Philatelisten und bei Fußball-Fans bekannt. Bei Philatelisten, weil die Inseln eine der kleinsten Postverwaltungen der Welt unterhalten, die eigene Briefmarken herausgibt – bei Fußballfans, weil sie ohne staatliche Souveränität Mitglied von UEFA und FIFA sind und somit an internationalen Fußballturnieren teilnehmen können und teilnehmen. Die Färöer gehören, ähnlich wie Grönland, als „Gleichberechtigte Nation“ zum Königreich Dänemark. Statistik: 48.000 Einwohner, davon 90 Briefträger, 70.000 Schafe, was den Inseln übrigens den Namen „Schafsinseln“ eingebracht hat.
Die Färöer werden „Das Land von kanska“ genannt, das „Land des Vielleicht“ … und das hängt mit dem Wetter zusammen oder, sagen wir, mit dessen Unzuverlässigkeit. Pläne zu machen, ist auf den Färöer Inseln riskant! Ob die Musiker unter den Färingern, so werden die Bürger der Färöer genannt, auch eher dem „Vielleicht“ als dem „Auf jeden Fall“ verbunden sind, lässt sich vielleicht[!] beim Hören der vorliegenden CD mit Gitarrenmusik herausfinden.
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Am 26. Februar starb der Musiklehrer, Musikalienhändler und Verleger Joachim Trekel. 1962 hatte er in Hamburg das „Haus der Musik Trekel“ gegründet, das er seitdem geleitet hat, 1969 dann den „Joachim Trekel Musikverlag“, der auf Musik für Zupforchester, Gitarrenensemble und Kammermusik spezialisiert war.
1962 kaufte er das Wuppertaler Musikgeschäft von Otto Schweitzer, zwei Jahre später die Hamburger Handlung Emil Hofmann, zu der Vertretungen verschiedener internationaler Musikverlage gehörten. Ende 1968 kam dann der Verlag „Hans Ragotzky – der Volksmusikverlag“ dazu, der vorher „Mandolinata“ geheißen hatte. Bei Ragotzky waren unter anderem die Kompositionen von Konrad Wölki herausgekommen, die in der Zupfmusik sehr populär waren. Später nahm Joachim Trekel Werke von Siegfried Behrend in Verlag. Auch sie waren damals sehr beliebt.
Daneben war Joachim Trekel „Geprüfter Fachlehrer für Zupfinstrumente“ und hat sich als solcher besonders für die Arbeit mit Zupforchestern eingesetzt. Das Norddeutsche Zupforchester hat er viele Jahre geleitet, ebenso das Landeszupforchester Nord. Daneben war er Dozent bei zahlreichen Weiterbildungskursen für den Bund Deutscher Zupfmusik.
Die nächste Generation, Maren und Uwe Trekel, übernahm 2009 die Geschäftsführung des Verlags, der inzwischen vornehmlich die Förderung junger unbekannter Komponisten betreibt. Beiden wünschen wir viel Erfolg … aber Joachim Trekel wird allen Zupfmusikern und Gitarristen für immer in Erinnerung bleiben als der, und das ist sehr liebevoll gemeint, „fliegende Händler“, der europaweit auf Festivals und Wettbewerben Musiker und Wissenschaftler mit den aktuellen Neuerscheinungen versorgt hat. Joachim Trekel fuhr mit seinem mobilen Musikalienhandel nach Nürtingen, Wien oder Alessandria und war, neben seinen Geschäften freilich, immer für einen guten Rat oder ein interessantes Gespräch gut. Wir werden ihn vermissen!
Tristan Angenendt: Between the Centuries
Werke von Walton, Arnold, Rawsthorne, Martin, Rodrigo, Schillings, Schmitz
Aufgenommen Oktober bis November 2011, erschienen 2012
KSGExaudio 67024
… so, dass Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns erst gar nicht aufkommen …
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Walton, Arnold, Rawsthorne … eine Debüt-CD? Wo sich Allerwelts-Anfänger mit Allerwelts-Anfänger-Repertoire zwischen Canarios, BWV 1000, den Mozart Variationen und Asturias vorstellen, spielt Tristan Angenendt ein Programm, für das sich gestandene Profis nicht schämen müssten … ach was! … auf das gestandene Profis stolz wären, weil es viel- und weniger gespielte Werke des zwanzigsten Jahrhunderts zusammenfasst.
Nun wäre das Präsentieren eines so anspruchsvollen Programms pure Hochstapelei, wenn Tristan Angenendt ihm nicht gewachsen, wenn er mit den spieltechnischen und musikalischen Anforderungen der Stücke überfordert wäre. Nichts dergleichen! Ich höre einen jungen Musiker, gerade 28 Jahre alt geworden, der die „Quatre Pièces Brèves“ von Frank Martin mit einer Abgeklärtheit spielt, als grübelte er seit Jahrzehnten über das Werk nach.
Aber der Reihe nach! Über das Beherrschen seines Instruments muss bei Angenendt nicht geredet werden. Dass Kritiker sich gelegentlich darüber auslassen, dass und wie ein Interpret ein Stück spieltechnisch „meistert“, ist, ich muss es gestehen, typisch für die Gitarrenszene, in der sich immer noch nicht nur meisterlich professionelle Musiker bewegen, sondern auch zahlreiche Dilettanten, die sich maßlos überschätzen und schon mit dem Handwerklichen ihrer Arbeit ihre Probleme haben. Zu denen gehört Tristan Angenendt nicht!
Die Werkauswahl seiner CD hat der Interpret mit „Between the Centuries“ überschrieben, „Zwischen den Jahrhunderten“, und damit angedeutet, er baue mit seiner CD quasi eine Brücke zwischen der heutigen Zeit und dem 20. Jahrhundert, in dem das eingespielte Repertoire entstanden ist. Bis auf die beiden letzten Kompositionen von Günter M. Schillings und Georg Schmitz, sind es alles „Klassiker“, die wir zu hören bekommen. Drei oder sogar vier davon gehen auf Julian Bream zurück, der sie initiiert und bekannt gemacht oder, im Fall der vier Stücke von Martin, aus dem Portefeuille von Segovia gerettet und dann auf der ganzen Welt gespielt hat.
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Neu eingegangene Noten | Besprechung vorbehalten
Anonymus (Hrsg.), Hal Leonard | Mehr Leichte Pop Melodien. Ergänzung zu allen Gitarrenmethoden. Spiel die Melodien von 20 Pop- und Rocksongs (mit CD), Berlin 2012, Bosworth, BOE7664
Anonymus, Hal Leonard | Mehr Leichte Pop Rhythmen. Ergänzung zu allen Gitarrenmethoden. Spiel die Akkordfolgen von 20 Pop- und Rocksongs (mit CD), Berlin 2012, Bosworth, BOE7665
William Bay (Hrsg.), Velocity Etudes, William Bay Music 2013 ISBN 97809859227-8-8, WBM 11
Rafael Catalá Salvá, Prisonera del Mar [=Reihe Gitarre & Harfe], herausgegeben von Maximilian Mangold und Mirjam Schröder, Berlin, Verlag Neue Musik, 2012, NM 1477
René Eespere, Immutatio für Gitarre [=Contemporary Music for Guitar | Collection Reinbert Evers], Berlin, Verlag Neue Musik, 2012, NM 1613
René Eespere, Tres in unum für Flöte, Violine und Gitarre [=Contemporary Music for Guitar | Collection Reinbert Evers], Berlin, Verlag Neue Musik, 2012, NM 1612
Timo Jouko Herrmann, Sonatine [=Reihe Gitarre & Harfe], herausgegeben von Maximilian Mangold und Mirjam Schröder, Berlin, Verlag Neue Musik, 2012, NM 1476
Giovanni Battista Marella, Sonata in La maggiore für zwei Gitarren [=New Karl Scheit Guitar Edition], herausgegeben von Olaf Van Gonnissen, Wien u.a., Universal Edition, 2013, UE 34492
Jörg-Peter Mittmann, L’aura serena [=Reihe Gitarre & Harfe], herausgegeben von Maximilian Mangold und Mirjam Schröder, Berlin, Verlag Neue Musik, 2012, NM 1526
Axel D. Ruoff, über sich abspielende Dinge. Toccata für Gitarre und Percussion [=Contemporary Music for Guitar | Collection Reinbert Evers], Berlin, Verlag Neue Musik, 2012, NM 1573

Cristiano Porqueddu: Novecento Guitar Preludes
Werke von Boris Vladimirovic Asafiev, Manuel Maria Ponce, Henk Badings, Henri Sauguet und Ferenc Farkas
Aufgenommen November 2010 bis März 2012, erschienen 2012
BRILLIANT CLASSICS 9292 (3 CD)
… sensationell! …
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1722 bzw. 1742/1744 stellte Johann Sebastian Bach die beiden Teile seines Wohltemperierten Klaviers fertig: Præludia, und Fugen durch alle Tone und Semitonia, so wohl tertiam majorem oder Ut Re Mi anlangend, als auch tertiam minorem oder Re Mi Fa betreffend. Schon vorher hatte Bach Werkpaare, bestehend aus Präludien und Fugen, komponiert, seit dem Wohltemperierten Klavier schien sich daraus aber eine Art zyklischer Norm herauszubilden.
Der Begriff Präludium und seine unterschiedlichen nationalsprachigen Varianten (Preludio, Prélude u.a.) gehen zurück auf die lateinischen Wortbestandteile „prae“ (vor) und „ludere“ (spielen). Ein Präludium ist also ein Vorspiel … ohne, dass zwingend ein nachfolgendes Stück „vorgeschrieben“ wäre. Schon aus dem 15. Jahrhundert sind alleinstehende Präludien oder Präambula überliefert, spätestens seit Bachs Wohltemperiertem Klavier und dessen zyklischer Anlage schienen aber Präludium und Fuge zu einer untrennbar miteinander verbundenen Norm geworden zu sein … zu einer Verbindung zunehmend heterogener Teile allerdings, zu einer nicht gleichberechtigter Bestandteile … schließlich definiert sich ein Präludium/Vorspiel weniger durch sich selbst, sondern dadurch, dass ihm etwas folgt.
Spätestens gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Vorspiel immer mehr zur spieltechnischen Vorübung, zur Etüde – auch zur Einzelkomposition, die sich aus ihrer Rolle des Amuse Gueule befreite. Die Sonate hatte gleichzeitig Vorrang gewonnen, was zyklische Formen der Instrumentalmusik angeht. Als Reminiszenzen an Johann Sebastian Bach sind gelegentlich noch Kombinationen von Präludien und Fugen entstanden und die auch als Zyklen mit je 12 oder 24 Einheiten quer durch die Tonarten, aber vitale Musikpraxis war das nicht mehr. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an Mario Castelnuovo-Tedescos 24 Präludien und Fugen für zwei Gitarren unter dem Titel „Les Guitares Bien Tempérées“ oder an den gleichnamigen Zyklus für Gitarre solo von Igor Rekhin, dem Moskauer Komponisten.
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