Glückwünsche aus New York

Englishman in New York CD

John Dowland’s Birthday!

An Englishman in New York: Impressions on John Dowland’s Lute Music
Joe Brent & Alon Sariel
Aufgenommen im August 2012, erschienen 2014
orlando records OR 0007, im Vertrieb von NAXOS
… die beiden Vollblut-Musiker …

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Joseph (Joe) Brent ist Mandolinist und spezialisiert auf zeitgenössische Musik. Eliot Carter, Pierre Boulez und Kollegen, das sind „seine“ Komponisten.

Alon Sariel spielt auch Mandoline, aber auch Laute und er dirigiert „historically informed performances“ … was so etwas wie ein Kompromiss zwischen alter Musik und „Alter Musik“ ist. „HIP“ ist mittlerweile ein gängiger Terminus technicus und bezeichnet Aufführungen, die nicht orthodox jeder aufführungspraktischen Theorie und Ideologie folgen, sondern gesunde und musikalisch vertretbare Kompromisse zwischen Wissenschaft und Musikpraxis anstreben und eingehen.

Die Idee für das Projekt „An Englishman in New York“ ist entstanden, als Joseph Brent mit dem kanadischen Instrumentenmacher Brian Dean über eine zehnsaitige (fünfchörige) Mandoline diskutiert hat, die Joe gern in Auftrag geben und im Rahmen von Projekten mit Neuer Musik ausprobieren wollte. „Die so entstandene 10-saitige Mandoline […] sollte eigentlich hauptsächlich für Jazz, Rock und andere Dinge gebraucht werden, aber ihr großer Tonumfang bedeutet auch, dass sie auch für Lautenmusik geeignet ist.

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Tränen zum Geburtstag?

John Holloway CD

John Dowland’s Birthday!

John Holloway: Pavans and Fantasies from the Age of Dowland
Werke von Dowland, Purcell, Lawes, Jenkins, Morley und Locke
Aufgenommen im März 2013, erschienen 2014
ECM NEW SERIES 2189, im Vertrieb von Universal Music
… auf die Laute verzichtet …

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Dowland: Lachrimae or Seaven Tears
Hathor Consort: Romina Lischka
Aufgenommen im Juni 2013, erschienen 2014
FUGA LIBERA  FZG718, im Vertrieb von Note-1
… Bei ihnen ist die Laute mit dabei …

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Lachrimae or Seaven TearesJohn Dowlands Buch „Lachrimae or Seaven Teares figured in Seaven Passionate Pavans […] set forth for the Lute, Viols, or Violons, in five parts“ ist etwas Besonderes. Es ist die einzige Sammlung mit Ensemblemusik, die wir von dem Komponisten haben und sie ist dazu die einzige, bei der alle Sätze auf ein und dasselbe kurze Motiv zurückgehen, das „Lachrimae“-Motiv, das John Dowland auch anderswo verwendet hat. Es war offenbar so berühmt, dass sein Komponist selbst beim Eintrag in das „Album Amicorum“ des Nürnberger Rechtsgelehrten Johannes Cellarius als „dolandus de Lachrimae“ unterschrieben hat. In seinem berühmten Lied „Flow, my teares“, das als Nº 2 in seinem „Second Booke of Songes“ enthalten ist, hat Dowland das Motiv verwendet, auch in Stücken für Laute solo.

Holloways CD enthält alle sieben Pavanen aus Dowlands Buch, allerdings nicht en suite, sondern unterbrochen von Stücken anderer Komponisten. Üblicherweise werden Lachrimae-Programme durch die anderen Stücke ergänzt, die bei Dowland abgedruckt sind. So verfahren die meisten Ensembles – nicht John Holloway.

Er, Holloway, hat das Consort auch anders besetzt, als viele oder gar die meisten seiner Kollegen. Dowlands Besetzungsangabe lässt sich nämlich auf zweierlei Art lesen: „set forth for the Lute, Viols, or Violons, in five parts“. Eine – und die heute fast immer gewählte – Lesart ist die: Laute und fünf Streichinstrumente („Viols, or Violons“). Dabei wird dann die Laute als eine Art ausgeschriebener Basso Continuo mitgespielt. Die andere denkbare ist: Laute oder fünf Streichinstrumente. John Holloway argumentiert für diese letztere Lesart und zwar so: „… the music is complete, and indeed decorated, in the lute part alone, and equally complete in the five bowed-string parts“. Und er beweist, dass seine Spekulation stimmt! Er hat für seine CD ganz auf die Laute verzichtet und dazu noch Violinen und nicht Viole da Gamba besetzt, und hat damit einen wunderbar sonoren und vollen Streicherklang erzeugt. Damit hat er „seine“ Besetzung als eine mögliche bewiesen – nicht allerdings als den alternativlosen Königsweg. Denn immerhin war John Dowland hauptberuflich Lautenist!

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The Art of Melancholy:
Davies & Dunford gratulieren!

The Art of Melancholy

John Dowland’s Birthday!

Iestyn Davies, Thomas Dunford
The Art of Melancholy: Songs by John Dowland
Aufgenommen im April 2013, erschienen 2014
HYPERION CDA 68007, im Vertrieb von Note-1
… Iestyn Davies singt betörend schön …

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Iestyn Davies ist Countertenor und hat in London an der Royal Academy studiert … nachdem er ein Studium der Archäologie und Anthropologie erfolgreich am St. John’s College in Cambridge abgeschlossen hatte. Seitdem tourt er durch die Welt und singt Opern, Konzerte und gerne auch Lieder, wie er sie hier präsentiert: John Dowland, dessen Geburtstag übrigens im Booklet seiner CD keine Erwähnung findet.

Dass Iestyn klar und schnörkellos singt, ist müßig, zu erwähnen. Countertenöre neigen nicht zum Knödeln … und können es, genau genommen, gar nicht. Sie können sich allerdings im Wohlklang ihrer eigenen Stimme bei lang angehaltenen Tönen sonnen und verlieren, aber dazu neigt Iestyn Davies keineswegs! Alles gut … nur wünschte man sich vielleicht für die vielen Tränenlieder, die dazu nicht einmal den eigenen Kummer besingen, sondern den angebeteter Ladies, doch eher eine männliche Stimme – De gustibus non est disputandum! Manchmal könnten Farben halt farbiger sein, manchmal könnten sie sich auch schärfer voneinander abheben.

Iestyn Davies singt betörend schön, hat Geschick und Geschmack bei der Wahl von Verzierungen und beherrscht seine Stimme in allen Lagen, ebenso in allen Temposituationen, die ihm in den Liedern von Dowland abverlangt werden. Vielleicht wären Übergänge hie und dort weicher, übergangsärmer zu singen, vielleicht fehlt gelegentlich der Schmelz, der eine sehr gute von einer großen Interpretation unterscheidet – aber was uns da präsentiert worden ist, überzeugt.

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Davies & Dunford gratulieren!
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Doulandia: Lee Santana gratuliert!

Lee Santana Dowland CD

John Dowland’s Birthday!

Lee Santana, Renaissance Lute & Cittern
Doulandia … Music from and around John Dowland
Aufgenommen im April 2013, erschienen 2013
deutsche harmonia mundi 88883772072, im Vertrieb von Sony Music
… Lee Santana ist kein orthodoxer Lautero, das steht fest! …

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John Dowlands (1563—1626) Liedtexte waren tränenreich: „Burst forth, my tears“, „Go cristal tears“ oder „I saw my lady weep“ sind nur Beispiele. Und Instrumentalkompositionen hatten Titel wie „Lachrimæ or Seaven Teares“, „Semper Dowland, semper dolens“ oder „Melancholy Galliard“. Lebenslust und Optimismus oder Hoffnung in die Zukunft werden da nicht zum Ausdruck gebracht.

Aber weder Dowland noch seine Textdichter waren depressiv – jedenfalls lässt außer ihren musikalischen und literarischen Erzeugnissen nichts darauf schließen. Nein, Melancholie war in England zu Dowlands Zeit schwer in Mode. Moderne Fachwissenschaftler sprechen gar von „Melancholiebesessenheit“. Dabei ging es Land und Leuten gut. Elizabeth I. war seit 1558 Königin. Ein Jahr später wurde der erbitterte Krieg zwischen Frankreich und England durch einen Friedensvertrag für beendet erklärt. Gleichzeitig förderte Elizabeth die Künste, Musik und Theater erlebten eine nie erfahrene Blüte.

Aber eine Weltordnung war in Wanken geraten. Als Papst  Clemens VII. sich geweigert hatte, eine Ehe von König Henry VIII. (1491/1509—1547), Elizabeth‘s Vater, zu annullieren, hatten die englischen Bischöfe sich von der katholischen Kirche losgesagt und 1531 ihren König (damals Henry) zum Oberhaupt ihrer Kirche gemacht. Hat sich damit vielleicht eine neue Skepsis gegenüber allem Weltlichen breitgemacht und das Tränental bereitet?

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Dowland’s Birthday

Eigenhändiger Eintrag Dowlands im „Album Amicorum” des Johannes Cellarius. © by British Library, London

Eigenhändiger Eintrag Dowlands im „Album Amicorum” des Johannes Cellarius. © by British Library, London

John Dowland’s Birthday!

Im vergangenen Jahr wäre John Dowland 450 Jahre alt geworden. An einem nicht bekannten Tag des Jahres 1563 wurde er (vermutlich) in London geboren – beerdigt ebendort am 20. Februar 1626.

Mehrere CD-Neuerscheinungen mit Musik von Dowland sind in den Jahren 2013 und 2014 erschienen, wobei nur bei wenigen auf den Geburtstag des Komponisten Bezug genommen wird. Einige CDs werden hier besprochen, ganz gleich, ob deren Produzenten das Jubiläum bedacht haben oder nicht.

Lee Santana: Doulandia: Music from and Around John Dowland. DEUTSCHE HARMONIA MUNDI 88883772072

An Englishman in New York: Impressions on John Dowland’s Lute Music, Joe Brent & Alon Syriel. ORLANDO RECORDS 0007

Dowland, A Game of Mirrors; Songs by John Dowland, arranged and recomposed by David Chevallier. CARPE DIEM RECORDS CD-16302

Dowland: Lachrimae or Seaven Teares, Hathor Consort. FUGA LIBRA FUG 718

The Art of Melancholy: Songs by John Dowland. Iestyn Davies, Thomas Dunford. HYPERION CDA 68007

A Song for my Lady: Lute & Consort Songs. Julian Podger, Lee Santana, Sirius Viols. DEUTSCHE HARMONIA MUNDI 88883722822

John Dowland: Shadows. Sarah Maria Sun, Jochen Feucht, Friedemann Wuttke, Werner Matzke. HÄNSSLER PROFIL PH 14011

John Holloway: Pavans and Fantasies from the Age of John Dowland. ECM NEW SERIES 2189

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Brazilian Guitar Quartet

Spanish DancesSpanish Dances: Brazilian Guitar Quartet
Werke von de Falla, Granados, Turina, Rodrigo, Mompou
Aufgenommen im Juli 2013, erschienen 2014
DELOS DE 3466; im Vertrieb von NAXOS
… eine ganze Reihe echter Überraschungen …

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Die Komponisten der Stücke auf der neuesten CD des Brazilian Guitar Quartet sind bekannt für ihre Gitarrenmusik – auch, wenn keiner der fünf je Gitarre gespielt hat. Die spanischen Tänze, die das brasilianische Quartett aufspielt, sind ausnahmslos Transkriptionen, allerdings keine aus der Leyenda-Schublade. Die Musiker haben nicht einfach auf „Alte Kameraden“ gesetzt, sie haben das vorhandene spanische Repertoire nach geeigneten Stücken durchsucht und das Ensemblemitglied Tadeu do Amaral hat neue Bearbeitungen angefertigt.

Manuel de Fallas „Cuatro Piezas Españolas“, mit ihnen beginnt das Programm, sind Isaac Albéniz gewidmet und zwischen 1906 und 1909 geschrieben. Natürlich für Klavier … möchte man fast sagen, denn nicht nur de Falla war Pianist, auch Albéniz, der mit vier Jahren sein erstes Konzert am Flügel gegeben hat und fortan als Wunderkind gefeiert wurde.

De Fallas „Piezas Españolas“ nehmen Bezug auf spanische Landschaften und deren Musik: Aragon, Andalusien, Asturien und Cuba. Cuba? Seit dem 16. Jahrhundert hatte dieser  Inselstaat unter spanischer Besatzung gestanden und kurz vor der Wende zum 19. Jahrhundert seine Unabhängigkeit erkämpft. Danach setzten sich, nebenbei bemerkt, für ein paar Jahre die US-Amerikaner auf Cuba fest, bis 1902 die Unabhängigkeit formal und faktisch erreicht wurde. Für Manuel de Falla gehörte die Insel aber scheinbar noch zu Spanien – mindestens musikalisch. Spanier hatten ihre Musik dorthin gebracht und die war von der einheimischen Bevölkerung beeinflusst worden. Ergebnis war zum Beispiel die Habanera, die nicht nur in Havanna gesungen und getanzt wurde.

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Walter Gerwig: Music for Lute

Walter_Gerwig

Walter Gerwig mit einer 10-chörigen Laute von Hans Jordan (Foto aus Familienbesitz, Gerwig)

Archiv Produktion: Music for Lute — Walter Gerwig, Laute
Werke von Milan, Ortiz, Newsidler, Santino Garsi, Reusner, Hinterleithner, Hoffer, Mouton, Bach, Boismortier, Haydn, Johann Gottlieb Naumann, Oswald von Wolkenstein, Senfl
Aufnahmen aus den Jahren 1949—1957
4 CDs in Kassette, Original Jackets Collection, Deutsche Grammophon 479 2598
… auch ein sinnliches Vergnügen …

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Einzelplatte Archiv GewigDas Label „Archiv Produktion“ der Deutschen Grammophon Gesellschaft ist unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet worden. Europa lag in Trümmern, viele Kunst- und Kulturgüter waren zerstört oder beschädigt und die Hamburger Plattenproduzenten bemühten sich, die erhaltenen Bestände an Instrumenten und Partituren durch klangliche Realisierung zu sichern. Man gründete das „Musikhistorische Studio der Deutschen Grammophon Gesellschaft“.

Schon 1947 erschien die erste Schellackplatte unter dem Label „Archiv Produktion“: Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, gespielt von Helmut Walcha. Ziel dieser Aufnahme war es, den originalen Klang der wie durch ein Wunder unbeschädigt erhaltenen Orgeln der Jakobikirche in Lübeck zu dokumentieren. Bei anderen Aufnahmen der Reihe stand das Aufführen von Kassette Archiv GerwigWerken im Mittelpunkt, die immer weiter in Vergessenheit gerieten. Für alle Aufnahmen wurde vorausgesetzt, dass nach Möglichkeit historische Instrumente verwendet und dass nach Partituren in ihrer originalen Gestalt gespielt wurde.

Musik aus zwölf „Forschungsbereichen“ (von „I: Gregorianik“ bis „XII: Mannheim und Wien“) sollte unter dem Label „Archiv Produktion“ erscheinen … zunächst auf Schellackplatten, danach auf schwereren Vinylplatten. „Eingepackt“ waren sie in Klapphüllen, die an ihren Rändern nicht geklebt, sondern genäht und schließlich mit einer besonders haltbaren Folie laminiert waren. Alles im Einheitsgelb ohne Titelfotos und nur den elementaren Informationen wie Werk, Satzfolge und Interpreten. Auf den Innenseiten der Hüllen standen Einführungstexte in vier Sprachen. Jeder Platte lag dazu noch eine Karteikarte bei, auf der die genauen Aufnahmedaten verzeichnet waren, die verwendeten Instrumente und Ausgaben usw.

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Tetra Guitar Quartet: about time

Tetra Quartet about time CDTetra Guitar Quartet: about time
Werke von Elgar, Mahler, Beethoven, Dyens, Morley und Tim Garland
Aufgenommen im August 2013
BGS  Records 124, im Vertrieb von NEW ARTS INTERNATIONAL
… ein Spaß besonderer Art …

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Dies ist die Jubiläums-CD des TETRA-Gitarrenquartetts zu dessen fünfundzwanzigstem Geburtstag. Stewart French, Stephen Goss, Carl Herring und Graham Roberts – sie sind heute die Mitglieder des Ensembles, das 1988 gegründet wurde.

Edward Elgar, Gustav Mahler und Ludwig van Beethoven … die Namen dieser Komponisten auf einer CD für Gitarrenquartett? Natürlich sind es Transkriptionen, klar, und trotzdem! Bach hätte mich nicht gewundert, auch Tschaikowski nicht und nicht einmal Schubert … aber Gustav Mahler?

Edward Elgar hat mehr geschrieben als sein überall bekanntes Cellokonzert und den Marsch „Pomp and Circumstance Nº 1“ – unter anderem das kleine Orchesterstück „Sevillaña (Scène Espagnole)“, mit dem TETRA, als Überraschung sozusagen, ihr Programm beginnt. Bravi! Vor allem in der Bearbeitung für Gitarren ist dieses Stück ein Spaß besonderer Art. Es gibt ihn also … den englischen Humor!

Elgar war nie in Spanien gewesen, als er 1884 „Sevillaña“ schrieb. Und doch war dieses Stück noch am Abend seiner Uraufführung in London ein glänzender Erfolg … vielleicht, weil auch viele der anwesenden Zuhörer nie vorher in Spanien waren? Mit „Sevillaña“ jedenfalls hat Elgar keine Spanien-Parodie zwischen Sangria und Flamenco hinterlassen, sondern ein leichtes, luftiges und vielleicht daher mediterran wirkendes Stück, das die Musiker vom TETRA-Quartett glänzend gelaunt vortragen. Ein paar Kastagnettenklänge, die nicht in der originalen Partitur stehen – dort ist im Schlagwerk tamb. (Tamburin) notiert – klopfen die Gitarristen auf Zargen und Böden ihrer Instrumente herbei. Mehr spanischen Akzent gibt’s nicht.

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Winterreisen

Nowak, Otto (1874-1945 ) - Composer Franz Schubert by a Music PartyFranz Schubert 1797—1828) Winterreise
Raphaël Favre, Tenor; André Fischer, Gitarre
Aufgenommen im August 2012, erschienen 2013
STRADIVARIUS STR 33981, im Vertrieb von Note-1

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Abbildung rechts: Otto Nowak (1874—1945), Franz Schubert im Kreise musikalischer Freunde

Franz Schubert: Winterreise (12 Lieder), Heideröslein, König in Thule, Am Feierabend, Der Tod und das Mädchen, Wohin
Christoph Prégardien, Tenor, Tilman Hoppstock, Gitarre
CHRISTOPHORUS CHR 77352, im Vertrieb von Note-1

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Natürlich, die Winterreise ist „eigentlich“ mit Klavierbegleitung komponiert und herausgegeben, dabei hat Schubert eine Gitarre von Johann Georg Stauffer besessen und sie auch gespielt. Aber seine Lieder hat er ausnahmslos mit Pianoforte notiert und so sind sie auch in den Erstausgaben erschienen.

Und doch hat es schon zu Schuberts Lebzeiten Bearbeitungen mit Gitarrenbegleitung gegeben und tatsächlich scheinen einige seiner Lieder hervorragend für diese Besetzungsvariante geeignet zu sein. Vielleicht sind es nicht unbedingt die der „Winterreise“, aber einige Lieder des Zyklus „Die Schöne Müllerin“ bieten sich wegen ihrer Sujets regelrecht für eine Bearbeitung mit Gitarre an. Die Texte beider Liederzyklen sind von Wilhelm Müller (1794—1827) und wären, so meint Hoppstock in seinem sehr informativen Text im Booklet der CD, „wahrscheinlich – ebenso wie der Dichter selbst – ohne die Vertonung Franz Schuberts längst in Vergessenheit geraten.“ So aber, in der Symbiose, zu der Text und Musik miteinander verbunden sind, ist ein großes Kunstwerk von immenser Dichte entstanden und das wird durch die klangliche Reduktion nicht geschmälert.

Winterreise_CD_Fischer_FavreWinterreise_CD_HoppstockEine neue Aufnahme aller 24 Lieder der „Winterreise“ liegt von Raphaël Favre vor – begleitet von André Fischer. Im Booklet dieser CD ist ein Bild des Wiener Historienmalers Otto Nowak (1874—1945) in Schwarz-Weiß wiedergegeben, das Schubert singend und Gitarre spielend darstellt. Nowak wurde fast ein halbes Jahrhundert nach Schuberts Tod geboren – sein Bild ist also nicht mehr als die romantisierende Darstellung einer Szene, in der man sich Schubert vorstellte: Eine Gruppe Menschen lauscht bei Kerzenlicht dem Komponisten – ein Flügel steht im Raum, an dem („vorsichtshalber“) ein Pianist sitzt: „Schubertiade“.

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Neu eingegangene Noten

Die nachfolgenden Notenausgaben sind hier vor dem 24. März 2014 zur Rezension eingegangen.

Peter Ansorge (Hrsg.), Bruno Szordikowaski und Martin Hegel, Easy Concert Pieces for Guitar Vol. 12, Mainbz u.a., Schott, 2013, ED 21636
Günther Becker, Vier Studien, herausgegeben von Guido Böger, Brühl, Edition Gravis, 2012, eg 1986
Alois Bröder, Abbozzi für Gitarre und Klavier (1995), Berlin, Verlag Neue Musik, 2013, NM 1683
Matteo Carcassi, 25 Studies op. 60 for Guitar, herausgegeben von Lucio Matarazzo, Bologna, Ut Orpheus, 2013, CH 166
Juan Manuel Cortés, Graelsia. Reihe: Gitarre & Harfe, herausgegeben von Maximilian Mangold und Mirjam Schröder, Berlin, Verlag Neue Musik, 2013, NM 1527
John Dowland, Melancholy Galliard, Sir John Smith His Almaine, A Fancy. Reihe: New Karl Scheit Guitar Edition, herausgegeben von Johannes Monno, Wien u.a., UE, 2009, UE 34 484
Joël Dugot (Hrsg.), Anthology of 17th Century French Pieces for 2 Baroque Lutes. Vol. 1: Music by Ennemond Gautier and Pierre Dubut. Reihe: Silva de Sirenas, hrsg. v. Miguel Yisrael, Bologna, Ut Orpheus, 2013, SDS 13
René Eespere, Epigramm VI für Sopran, Flöte und Gitarre. Reihe: Conmtemporary Music for Guitar, Collection Reinbert Evers, herausgegeben von Reinbert Evers, Berlin, Verlag Neue Musik, 2013, NM 1678
Veit Erdmann-Abele, Nachtklänge. Reihe: Gitarre & Harfe, herausgegeben von Maximilian Mangold und Mirjam Schröder, Berlin, Verlag Neue Musik, 2013, NM 1619
Roland Fink, The Ash Grove (2005), Basel, Pan Verlag, 2013, pan 471
Mauro Giuliani, Variationen über eine Romanze aus „La Gloire et l’Amour“ op. 105 für Gitarre. Reihe: New Karl Scheit Guitar Edition, herausgegeben von Thomas Müller-Pering, Wien u.a., UE, 2009, UE 34 483

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