Von Markus Grohen [MarkusG@Gitarre-und-Laute.de]
Andreas Lutz/Bernhard Bitzel (Hrsg.), das DING mit Noten 2, Kultliederbuch, Manching 2010 (DUX), € 29,90
Was ist das Ding? Ein Buch in Spiralbindung, Querformat, rund 430 Seiten. Das Ding enthält über vierhundert Lieder, Songs, Chansons, Schlager und zwar in dieser Form: Links steht der Text mit einigen wichtigen Zusatzinformationen wie Name von Komponist und Texter, urheberrechtlichen Details wie Verlag und Erscheinungsjahr, dazu Tonart für die Introduktion und (über den Textzeilen) der harmonische Verlauf mit Akkordnamen. So weit war das Ding schon bekannt. Die gängigen, handlichen, leicht und überall zu benutzenden Textsammlungen mit Akkordsymbolen. Jetzt liegt das neue Ding vor: „Das Ding mit Noten“. Unterschied: Rechts neben dem bisher beschriebenen DIN A5-Inhalt ergänzt ein weiterer Inhalt des gleichen Formats das DIN A4-QUER-Buch: Noten der Gesangsmelodie, auch mit Akkordnamen und auch mit Text, hier aber nur die erste Strophe, die weiteren stehen ja auf der linken Seit.
Dies ist nicht die erste Sammlung dieser Art! Meist wird allerdings nur eine der Komponenten (Text und/oder Musik) abgedruckt, und das ist meistens der Text, weil die Melodie ohnehin jeder kennt.
Warum wird nur eine Komponente abgedruckt? Das ist einfach zu beantworten: Weil für beide (Text und Musik) Gebühren an die Inhaber der Urheberrechte bezahlt werden müssen. Das sind meistens die Verlage, manchmal aber auch die Urheber selbst. Die leben davon, dass sie dafür bezahlt werden, wenn man ihre geistigen Erzeugnisse benutzt, sprich: aufführt oder abdruckt. Diese Gebühren können sich sehr schnell zu beträchtlichen Beträgen anhäufen, vor allem dann, wenn wenig gemeinfreies Material verwendet wird – das sind Volkslieder oder ältere Stücke, deren Komponisten und Texter schon länger als siebzig Jahre tot sind, deren Erzeugnisse also nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Bei Sammlungen von Gitarrenstücken sind oft nur wenige „moderne“ Stücke enthalten und viel Material von Milan bis Sor, die alle kostenlos abgedruckt werden dürfen … sofern nicht ein Herausgeber oder Bearbeiter Rechte aus seiner Arbeit ableitet.
Also: Es hat viele Liederbücher gegeben mit Texten und Akkordsymbolen (also ohne Melodien, wegen der Gebühren). Ich erwähne nur mehrere vorherige Bände von „Das Ding“ (alle bei DUX) oder weit vorher die diversen Bände der „Liederkiste“, die dann vom Schott- und dann Hage-Verlag in Pommelsbrunn gekauft worden sind. Diese Hefte waren in großen Auflagen für kleinen Preis extrem populär und vorher vom gewerkschaftseigenen Bund-Verlag herausgegeben worden. Schreibmaschinengesetzt, Harmonisierung auf drei, vier Akkorde zusammengestoppelt. Für’s Lagerfeuer hat es gereicht … aber für mehr? Außerdem ist das Repertoire der „Liederkiste“-Bände mittlerweile überholt.
Jetzt gibt es „Das Ding mit Noten“, mit allem ausgestattet, was man braucht. An nichts ist gespart worden, nichts fehlt! Wenn man wissen möchte, welche Songs drin sind im Ding, auf der Homepage vom Dux-Verlag kann man die Inhaltsverzeichnise einsehen. Dreißig Euro, das ist Geld … aber man bekommt viel dafür geboten! Und die Dinger ohne Noten gibt es natürlich auch noch … wenn man mit Notenlesen seine Schwierigkeiten hat und die Melodien ohnehin kennt. Die Dinger ohne Noten kosten € 21,80 pro Band.

[...] Das Ding 2 ist hier schon besprochen worden, jetzt werden Band 1 nachgeliefert und der ganz neue Band 3. Dinger 1 und 3 entsprechen dem schon vorgestellten zweiten Band, was Aufbau und Ausrichtung angeht, in beiden stehen wieder über 400 Lieder. Jetzt sind’s also insgesamt schon 1200 Titel. [...]